Die Polizei PSP in Porto hat einen 24-jährigen Brasilianer als Verdächtigen geführt. Ihm wird vorgeworfen, öffentlich zu einem Angriff auf die Residenz von Ministerpräsident Luís Montenegro aufgerufen zu haben. Laut einer von der Nachrichtenagentur Lusa zitierten Polizeiquelle forderte er bei einer Rede in einem Protestcamp an der Praça D. João I, die Adresse des Regierungschefs herauszufinden und einen Ziegelstein gegen dessen Haus zu werfen. Die im Video verbreiteten Äußerungen führten zu einem Ermittlungsverfahren.
Nach seiner Festnahme am Sonntag und einer Vernehmung wurde er unter einen Identitäts- und Wohnsitznachweis (TIR) gestellt, der ihn verpflichtet, erreichbar zu bleiben und auf Aufforderung zu erscheinen. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob eine Anklage gerechtfertigt ist. Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.
Der Vorwurf lautet öffentliche Anstiftung zu einer Straftat nach Artikel 297 des portugiesischen Strafgesetzbuchs, die mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet werden kann. Eine mögliche Ausweisung ist ein eigenständiges Verfahren und folgt nicht automatisch aus der Verdächtigenstellung.

