madeira.news
Gesellschaft · Funchal · 31. Oktober 2026

Vertauschte Freigabe der Züge könnte bei Unglück in Toledo entscheidend gewesen sein

Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass der hintere Zug vor dem vorderen losfahren durfte, der auf der Strecke stehen blieb.

Nach der nun bekannten Chronologie hätte die Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge in der Provinz Toledo, bei der Dutzende Menschen starben, möglicherweise verhindert werden können, wenn die Züge in umgekehrter Reihenfolge freigegeben worden wären. Veröffentlichte Aufzeichnungen zeigen, dass die Leitstelle Atocha um 8:36 Uhr dem hinteren AVE der Renfe die normale Weiterfahrt erlaubte, obwohl das Protokoll nach dem Ausfall der Signaltechnik Fahren auf Sicht mit höchstens 40 km/h vorsah. Der vorausfahrende Iryo erhielt die Freigabe erst um 8:41 Uhr.

Fünf Minuten später meldete die Lokführerin des Iryo, dass sich der Zug nicht in Bewegung setzen lasse. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der AVE gewarnt wurde, langsamer zu fahren oder anzuhalten. Um 8:53 Uhr fuhr er nach rund 25 Kilometern auf das Heck des Iryo auf.

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf eine Kette von Fehlern und nicht allein auf die Reihenfolge. Die Behörden betonen, dass noch keine endgültigen Schlüsse gezogen wurden. Der spanische Verkehrsminister hält es jedoch für falsch, dass der AVE unter diesen Bedingungen weiterfahren durfte. Das Unglück auf der Strecke Madrid–Sevilla nahe Urda forderte mindestens 69 Todesopfer.

Mehr in Gesellschaft