Eine Analyse der parlamentarischen Geschichte der Legislativversammlung von Madeira zeigt, dass Misstrauensanträge in den 50 Jahren der Autonomie ein wenig genutztes Instrument der politischen Kontrolle waren. Seit der Einrichtung von Selbstverwaltungsorganen im Jahr 1976 wurden insgesamt 12 Misstrauensanträge gegen die Regionalregierung eingereicht.
Davon richteten sich sieben gegen Exekutiven unter dem Vorsitz von Alberto João Jardim und fünf gegen Regierungen von Miguel Albuquerque. Der erste Antrag stammt aus dem Februar 1982, eingereicht von der UDP gegen die Regierung Jardim, der jedoch nicht zur Abstimmung kam. Nach einer langen Pause nahm die PCP das Instrument 2008 wieder auf und reichte bis 2011 drei Anträge ein, die alle von der Mehrheit der PSD abgelehnt wurden. Die PS reichte ebenfalls 2012 und 2013 Anträge ein, von denen einer vor der Abstimmung zurückgezogen wurde.
Unter Miguel Albuquerque reichte die PCP 2016 und die PS 2017 einen Antrag ein, beide wurden abgelehnt. Im Januar 2024 reichten PS und Chega im Zuge einer politischen Krise getrennt zwei Anträge ein, doch Albuquerques Rücktritt machte die Initiativen gegenstandslos, und sie wurden zurückgezogen.