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Kultur · Funchal · 10. September 2026

Trentos Tonca-Tradition: Italienische Zeremonie taucht inkompetente Politiker in den Fluss Etsch

In Trient, Italien, zwingt eine jährliche Tradition Politiker, die schlechte Entscheidungen getroffen haben, als Satire in einen Fluss getaucht zu werden.

In der norditalienischen Stadt Trient findet während der Feste Vigiliane eine eigenartige Tradition namens „Tonca“ statt. Diese jährliche Zeremonie organisiert einen „öffentlichen Zwangshydrotherapiedienst“ für Politiker und Behörden, die sich im Laufe des Jahres durch als falsch oder katastrophal erachtete Entscheidungen hervorgetan haben.

Die Praxis beinhaltet ein humorvolles „Bußgericht“, bei dem Fälle schlechter Regierungsführung einem Publikum präsentiert werden. Anstelle von Geldstrafen gipfelt das Urteil in einer symbolischen Fahrt in die kalten Wasser des Flusses Etsch. Ein Schauspieler, der den betreffenden Politiker darstellt, wird von einem Kran in einem Käfig dreimal in den Fluss getaucht.

Ursprünglich eine mittelalterliche Strafe für Straftäter, wurde die Tonca in Trient als Form der bürgerlichen Kritik und Satire neu erfunden. Der Käfig, einst ein Instrument der Unterdrückung, wurde zu einer Bühne für humorvolle Kritik, die die Logik der Macht umkehrt, um diejenigen zu verspotten, die „schlecht regieren“.

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